Förderkreis Neue Orgel St. Bonifatius e. V.

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Dank Ihrer Hilfe ist die neue "Perle der Empore"

ein grandioses, ganz besonderes Instrument!


Unterstützen Sie die neue Orgel der

St. Bonifatius Kirche in Gießen.


Infos zur Orgelpatenschaft
Martin Schindler, stellv. Verwaltungsratsvorsitzender Gisela Zimmermann, Pfarrgemeinderatsvorsitzende Pfarrer Wahl Ralf Stiewe Curt Kleinschnitz Fotos: Fotoatelier Susanne Hofmann


Archiv:
Zustandsbericht alte große Orgel

St. Bonifatiuskirche, Zustandsbericht Große Orgel
„Was ist denn eigentlich kaputt?”
Unsere Dokumentation über den Zustand der großen Orgel stellt Ihnen in Text und Bild anschaulich dar, warum die Notwendigkeit eines Orgelneubaus in St. Bonifatius gegeben ist. Gleichzeitig erhalten Sie einen kleinen Einblick in die Welt des Orgelbaus.
 

Bilder zum Vergrößern
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Ohne Wind kein Ton!

Windschleudermaschine
Bild 1

Balg Turmkammer
Bild 2

Manuale
Bild 3

Damit die Pfeifen einer Orgel klingen, benötigen sie Wind. Das funktioniert so:

Zwei Windschleudermaschinen - große gekapselte Ventilatoren - (Bild 1) schleudern den Wind in jeweils einen großen Magazin- oder Schwimmerbalg (Bild 2). In diesem Windreservoir wird ein gleichmäßiger Druck aufgebaut. Von dort wird der Wind über Windkanäle in die Windladen geleitet. Diese übernehmen die Verteilerfunktion, d. h. der Wind gelangt über Kanälchen und Kanzellen zur Pfeife.

Der Spieler am Spieltisch bestimmt durch die Tasten, die er drückt, und durch die Register, die er zieht, in welche Pfeifen der Wind strömt (Bild 3).

 

Balg Hauptwerk
Bild 4


Bild 5

Windkanäle
Bild 6

Die Bälge und Kanäle unserer Orgel sind nach 40 bzw. 50 Jahren kaputt: das Leder ist porös, dass es bricht und Wind entweicht. Der Kirchenbesucher kann es am lauten Schnaufen der Orgel hören. Das Leder wird an einigen Stellen notdürftig durch Panzerklebeband zusammengehalten (Bild 4).

Windkanäle selbst bestehen normalerweise aus solidem Holz und können durchaus 200 Jahre alt werden (Bild 5). Bei unserer großen Orgel sind sie aus Kunststoff und Pappe, also von minderwertigem Material, welches heute aus gutem Grund nicht mehr verwendet wird (Bild 6).

Die Fachleute prognostizieren noch eine maximale Funktionsdauer der Windanlage von drei Jahren, sie müsste komplett erneuert werden.

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Die Elektrik versagt

Spieltisch frontal
Bild 7

Rückpositiv
Bild 8


Bild 9

Für eine sichere Übertragung - der so genannten Traktur - vom Spieltisch, dem Arbeitsplatz des Organisten (Bild 7), zu den Windladen (Bild 8) sorgt in der Regel eine wartungsfreundliche, lang haltbare Mechanik. Unsere Chororgel besitzt sowohl für die Tasten als auch für die Registerzüge (Bild 9) eine mechanische Traktur.

 

Rückseite 1
Bild 11

Rückseite Detail
Bild 12

Rückseite 2
Bild 13

Schleifen-Magnete
Bild 14

Magnet
Bild 15

Ventil-Magnete
Bild 16

Die große Orgel wurde seinerzeit mit einer Platz und Geld sparenden elektrischen Traktur versehen (Bild 11). Sowohl die elektrischen Kontakte im Spieltisch (Bilder 12 und 13) als auch die Bauteile in den Windladen, Schleifenmagneten (Bild 14) und Ventilmagneten (Bild 15), arbeiten nur noch sehr unzuverlässig.

Schon heute funktionieren einige Töne nicht mehr, hier und da bleibt während des Spiels ein Ton hängen, und nur der Zufall bestimmt, wann das Ventil sich wieder schließt. Der Spieler ist machtlos. Einige Register lassen sich weder aus- noch einschalten (Bild 16).

Die Lebensdauer solcher elektrischen Komponenten beträgt zwischen 20 und 30 Jahren. Im Falle einer Erneuerung würde sich daher in ca. 25 Jahren das gleiche Problem stellen. Darüber hinaus ist ein schlichter Austausch der elektrischen Komponenten nicht möglich, da diese Teile heute nicht mehr hergestellt werden.

Die elektrische Traktur verhindert einen direkten Kontakt des Spielers zum Instrument. Der Organist hat keinerlei Einfluss auf die Ansprache der Pfeifen. Das Spielgefühl ist völlig indifferent, „wie auf Gummi”.

Der Spieltisch müsste komplett neu gebaut werden, dazu auch alle elektrischen und elektromechanischen Bauteile.

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Defekte Pfeifen

HW Pfeifenmaterial
Bild 17

OW Pfeifenmaterial
Bild 18

HW Kupfer
Bild 19

Das Material der Pfeifen besteht in der Regel aus einer Zinn-Blei-Legierung (Bild 17). Der gewünschte Klang bestimmt seine genaue Zusammensetzung. Soll die Pfeife einen kräftigen, obertonreichen Ton hervorbringen, wählt man einen Zinnanteil von bis zu 87 Prozent. Wünscht man einen runden, weichen und fülligen Ton, überwiegt der Bleianteil.

Ein kleinerer Teil der großen Pfeifen besteht aus Holz (Bild 18). Heute nicht mehr verwendete Materialien sind außerdem Zink und Kupfer (Bild 19).

 

Prospektpfeifen 1
Bild 20

Prospekt deformiert 1
Bild 21

Prospekt deformiert 3
Bild 22

Manche Pfeifen im Prospekt des Hauptwerks wurden mit unstabilen Legierungen geliefert, so dass sie aufgrund ihres Eigengewichtes zusammengesackt sind (Bilder 20, 21, 22).

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Dünne Wände

HW innen 1
Bild 24

Das Gehäuse ist keine tragende Konstruktion. Mit Holz ummantelte Stahlträger übernehmen die tragende Funktion (Bild 24). Die Gehäusewände bestehen aus dünnem Sperrholz. Solch bescheidenes Material ruft häufig Eigenresonanzen hervor: Bei tiefen Tönen rasselt es deutlich hörbar.

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Staub und Schmutz

OW Kleinpfeifen
Bild 25

Im Laufe der Jahre haben Schmutz und Staub der Orgel zugesetzt. Dies ist nicht ungewöhnlich, doch eine Reinigung der vielen kleinen Pfeifen ist mühsam und zeitintensiv (Bild 25).

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Kein Platz auf der Empore

Empore von Turmtür
Bild 26
 

Empore Rückpositiv
Bild 27
 

Musiker, seien es Instrumentalisten, Sänger oder der Chor, haben auf der Empore keinen Platz.
 

Der Chor steht stets beengt und singt vor eine Wand (Bilder 26 und 27).
 

So kurios es auch klingt ...

Die Orgel ist so angeordnet, dass sie jeden Kontakt zum Kirchenraum verhindert.

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Ein Wort zur Musik

OW Kleinpfeifen 2
Bild 28
 

Die Orgel hat 42 Register. Die Zusammenstellung der Register, die Disposition, erfolgte nach damaligen Vorlieben. Man versuchte, durch viele Obertöne ( = kleine Register = geringere Kosten) die Farbe des Grundtons zu formen. Gleichzeitig verzichtete man auf charakteristische Grundregister ( = großvolumige Register) und stellte so das Verhältnis von Grundregister zu Obertonregister auf den Kopf.

So bestehen die meisten Register aus zu kleinen, dünnwandigen und zu engen Pfeifen (Bild 28).

Der Klang der Orgel ist so weder kraftvoll noch tragfähig, sondern spitz und schrill. Die wenigen grundtönigen Register geben in der Tiefe nur noch ein Hauchen von sich. Sie sind zu eng mensuriert.

Die Klangqualität der Orgel im Verhältnis zu einem guten Instrument lässt sich mit dem Verhältnis eines einfachen Schulklaviers zum Konzertflügel vergleichen. Oder auch mit dem eines Küchenradios zur Stereoanlage.

Eine gute Orgel soll den Spieler in vielfältiger Weise inspirieren. Bei uns bleibt die authentische Wiedergabe jedweder Orgelmusik stets nur ein Kompromiss.

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St. Bonifatius als Stätte vorbildlicher Kirchenmusik

Durch den Dienstsitz des Regionalkantors an St. Bonifatius kommt der Gemeinde bzw. der Kirche eine Vorbildfunktion für Kirchenmusik zu, die auch auf das Umland ausstrahlt. Das ist vom Bistum so gewünscht und konzipiert.

Eine wesentliche Voraussetzung für diese Aufgabe sind Instrumente, welche für Liturgie, Konzert und Ausbildung beste Konditionen bieten.

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Fazit

In der Summe ergibt sich eine Vielzahl von Gründen, warum sich eine Instandsetzung der großen Orgel nicht lohnt:

  • Notwendige Reparaturkosten im sechsstelligen Bereich.
  • Gravierende Mängel wie unglückliche Disposition, billiges Gehäuse oder das Platzproblem blieben auch nach einer Reparatur bestehen.
  • Mangelnde künstlerische Qualität.
  • Nicht leistungsfähiges Instrument.
  • Ein Umbau, verbunden mit einem technischen Neubau würde den Kosten für einen Neubau gleichkommen, es bliebe aber ein schlechter Kompromiss.

 
Was wäre eine gute Orgel in diesem fantastischen Raum, der größten und schönsten Kirche Gießens, dem sakralsten Raum der Stadt! In diesem Punkt sind sich alle einig: Pfarrer, Pfarrgemeinderat, Verwaltungsrat, Sachverständiger, Kirchenmusiker.
 

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